Wohnhaus
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
Straße: | Hauptstraße |
Hausnummer: | 27 |
Postleitzahl: | 88605 |
Stadt-Teilort: | Meßkirch |
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Regierungsbezirk: | Tübingen |
Kreis: | Sigmaringen (Landkreis) |
Wohnplatzschlüssel: | 8437078013 |
Flurstücknummer: | keine |
Historischer Straßenname: | keiner |
Historische Gebäudenummer: | keine |
Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Heilandskirche, Conradin-Kreutzer-Straße 19 (88605 Meßkirch)
Schuhhaus Müller, Conradin-Kreutzer-Straße 5 (88605 Meßkirch)
Ehem. Gasthof zum Löwen, Hauptstraße 26 (88606 Meßkirch)
Kath. Stadkirche St. Martin, Kirchstraße 5 (88605 Meßkirch)
Schloss, Kirchstraße 7 (88605 Meßkirch)
Sog. Schlössle, Kirchstraße 7 (88605 Meßkirch)
Herz-Jesu Heim, Schloßstraße 22 (88605 Meßkirch)
Bauphasen
Bei dem am südlichen Kopfende des kleinen Meßkircher Marktplatz gelegenen dreigeschossigen Gebäude handelt es sich um einen spätmittelalterlichen Fachwerkbau. Das Gebäude, dass mit der Längsseite zum Marktplatz orientiert ist, besitzt ein massives Erdgeschoss, darüber befinden sich zwei separat abgezimmerte Fachwerkgeschosse, die von einem steilen Satteldach überdeckt werden.
Die lange Zeit verputzten Fassaden, die den Bau nach außen hin der Zeit des 19.Jh. zuordnen ließen, haben nach der jüngsten Sanierung wieder ihr spätmittelalterliches Erscheinungsbild zurück erhalten. Der Erhaltungszustand der kleinteilig untergliederten Obergeschosse sowie des Dachwerks stellten sich im Laufe der Sanierung als außerordentlich gut heraus. Trotz Substanzverlusten im Erdgeschoss, der Innenwände und dem überwiegenden Teil der Wandfüllungen ist der Restbestand der spätmittelalterlichen Substanz so umfangreich, dass sich der Bau des 15. Jahrhunderts über weite Strecken detailliert nachvollziehen lässt.
Die ursprüngliche Raumstruktur der Obergeschosse mit einer übergroßen Stube, den großzügigen Flurbereichen und der Vielzahl an Kammern jedoch ohne Hinweis einer damaligen Küche, lässt eine ursprüngliche Bestimmung für repräsentative oder Versammlungsfunktion naheliegend erscheinen. Die prominente Lage am Kopfende des Marktplatzes , die die große Bohlenstube der ersten Obergeschosses und die einzelnen Kammern für Lager- und Verwaltungstätigkeit, dies alles würde sich gut mit dem Bild eines spätmittelalterlichen Rathauses decken. Die seinerzeitige Lage des Rathauses ist jedoch anhand des Archivmaterials nicht gesichert nachzuvollziehen. So ergibt sich zumindest aus archivalischer Sicht kein Widerspruch zu der These, dass das Gebäude ursprünglich als Rathaus errichtet wurde und diese Funktion später an ein neues Rathaus an der Stelle des jetzigen abgeben mußte. Die Lage des heutigen Rathauses lässt sich erst ab dem 16. Jh. eindeutig bestimmen.
(1455)
(1550 - 1580)
(1561)
(1608)
Zugeordnete Dokumentationen
- Das erste Haus am Platz? Das Gebäude Hauptstraße 27 in Meßkirch
- Bauhistorische Untersuchung
Beschreibung
- Siedlung
- Stadt
- Wohnbauten
- Wohn- und Geschäftshaus
- Wohnhaus
Zonierung:
Im zweiten Obergeschoss erschließt ein mittiger Längsflur seitlich gelegene Kammern, während zwei seitlich gelegene Stichflure möglicherweise vom ersten Obergeschoss heraufführende Treppenläufe aufnehmen.
Der Dachraum ist nicht weiter unterteilt und scheint erst im Zuge späterer Umbaumaßnahmen mit Kammereinbauten versehen worden zu sein. Ebenso sind spätestens aus dem 16. Jh. umfangreiche Veränderungen in den beiden Obergeschossen nachweisbar. Beide Geschosse werden durch die Vergrößerung der Befensterung und den Einbau eines Küchenraumes in eigenständige Wohneinheiten verwandelt.
Konstruktionen
- Dachform
- Satteldach
- Decken
- Balkendecke
- Mischbau
- Unterbau aus Stein (gestelzt)
- Holzgerüstbau
- Geschossgerüst
- Verwendete Materialien
- Backstein
- Holz
- Stein
Das Fachwerkgerüst des zweiten Obergeschosses ist ebenfalls vierzonig-dreischiffig gegliedert, wobei der mittige Querbund gegenüber jenem des ersten Obergeschosses um ein Balkenfeld verschoben und das mittige Schiff deutlich verschmälert ist.