Ehem. Gasthof zum Löwen
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
Objektdaten
Straße: | Hauptstraße |
Hausnummer: | 26 |
Postleitzahl: | 88606 |
Stadt-Teilort: | Meßkirch |
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Regierungsbezirk: | Tübingen |
Kreis: | Sigmaringen (Landkreis) |
Wohnplatzschlüssel: | 8437078013 |
Flurstücknummer: | keine |
Historischer Straßenname: | keiner |
Historische Gebäudenummer: | keine |
Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Objektbeziehungen
Ist Gebäudeteil von: | |
1. Gebäudeteil: | Rathaus, Conradin-Kreutzer-Straße 1 |
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Besteht aus folgenden Gebäudeteilen: | |
keine Angabe |
Fachwerkhaus, Hauptstraße 30 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Hauptstraße 16 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Hauptstraße 23 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus (Hinterhaus), Hauptstraße 24/II (88605 Meßkirch)
Wohnhaus (Vorderhaus), Hauptstraße 24/I (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Hauptstraße 27 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus (Hinterhaus), Hauptstraße 28/II (88605 Meßkirch)
Sog. Kleinfelderhaus, Hauptstraße 28 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Hauptstraße 3a (88605 Meßkirch)
Wohnhaus (88605 Meßkirch, Kanalgasse 10)
Wohn- Wirtschaftshaus, Kanalgasse 5 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Kronengasse 1 (88605 Meßkirch)
Liebfrauenkirche (88605 Meßkirch, Mengener Straße 15)
Wohnaus, Museumstraße 5 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Schloßstraße 1/II (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Schloßstraße 1/I (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Schloßstraße 14 (88605 Meßkirch)
Wohnhaus, Wilhelm-Kraut-Straße 4 (88605 Meßkirch)
Heilig-Geist-Spital, Ziegelbühlstraße 2 (88605 Meßkirch)
Bauphasen
Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert als Stadtkanzlei neben dem Rathaus errichtet und ist heute bekannt als „Gasthof zum Löwen“.
Die Zimmer’sche Chronik berichtet bereits 1457 von einem Rathaus in Meßkirch. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Rathaus an der jetzigen Stelle nachweisbar. Ebenfalls seit dem 16. Jahrhundert finden sich Notizen über das Gebäude des späteren Gasthofs zum Löwen. Anhand der dendrochronologische Untersuchung ist eine ungefähre Bauphase zwischen 1530-59 festlegbar. Bis in das 17. Jahrhundert war es das Haus der Stadtschreiberei (Stadtkanzlei), funktional also ein Erweiterungsbau des nebenstehenden Rathauses, das als Schranne Markt- und Gerichtsort war. Eine Stadtansicht von Messkirch aus dem Jahr 1575 zeigt die Gebäudegruppe mit einigen charakteristischen Merkmalen.
Vermutlich 1723 erfolgte die Eröffnung des Gasthauses zum Löwen, 1891 der Umbau zum Hotel. (Quelle: Südkurier, 08. Juni 2016).
Weitere Umbaumaßnahmen sind 1856 (d), 1925 und 1956 belegt.
(1500 - 1599)
- Siedlung
- Stadt
- Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
- Amtsgebäude
(1530 - 1559)
(1723)
- Anlagen für Handel und Wirtschaft
- Gasthof, -haus
(1856)
(1891)
- Anlagen für Handel und Wirtschaft
- Hotel
(1925)
(1956)

- Erdgeschoss
Besitzer:in
(1723)
(1849)
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauuntersuchung
Beschreibung
Die Nordfassaden des 'Löwen' und des Seitentrakts des Rathauses gehen auf die Straße Hinter dem Rathaus, die Südfassade des Rathauses erstreckt sich längs der Conradin-Kreutzer-Straße (ehemals Eisenbahnstraße). Das Rathaus umgreift mit dem winkelförmigen Nebentrakt die Südostecke des 'Löwen'. Zwischen der Ostmauer des 'Löwen' und der Westmauer des Seitentrakts befindet sich eine tote Gasse. Die Ostmauer des Rathaus-Nebentrakts steht teils frei, teils wird sie von angrenzenden Gebäuden verdeckt.
- Siedlung
- Stadt
- Anlagen für Handel und Wirtschaft
- Gasthof, -haus
Über einem teils gewölbten Keller erheben sich drei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss mit Kniestock. Zwei Kellertore sind in der Nordfassade angeordnet. Der Zugang zum EG erfolgt mittig in der Westfassade (zu den Gaststuben) oder an der Ostkante der Nordfassade (Eingang Gasthaus).
Zonierung:
Das erste bekannte Foto des 'Löwen' stammt aus den 1870/80er Jahren. Es zeigt ein in der Stockwerksanzahl von der Illustration von 1845 und den Angaben im Feuerversicherungsbuch abweichendes Gebäude. Die Traufhöhe des 'Löwen' entspricht in beiden Abbildungen etwa der Brüstungshöhe der Fenster des 2. OG des Rathauses, der Ansatz des Fachwerksgeschosses etwa der Brüstung der Fenster des 1. OG des Rathauses. Das EG des 'Löwen' ist in der Zeichnung von 1845 niedrig, in den späteren Fotos dagegen hoch, die Zugänge mit Oberlicht. Vergleicht man die Proportionen der Erdgeschoss- Zugänge des Rathauses, scheint zudem das Straßenniveau angehoben worden zu sein. Die Bildquellen sprechen also dafür, dass im 3. Viertel des 19. .Jh. das niedrige EG und das 1. OG des 'Löwen' unter Höherverlegung der Zugangsebene zu einem hohen EG zusammengefasst wurden.
Konstruktionen
- Steinbau Mauerwerk
- Backstein
- Mischbau
- Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
Obwohl Mauermaterialien und Deckenaufbau des Gebäudes nicht offen einsichtig sind, können aus den Wand- und Deckenstärken erste Hinweise auf das statische Gerüst des Gebäudes gewonnen werden. Die Südmauer, Trennmauer zum Rathaus, ist massiv ausgebildet und zeigt (im Bereich des Treppenhauses) zwei auffällige Verjüngungen, die in ihrer Höhenlage annähernd mit den jetzigen Stockwerksgrenzen übereinstimmen. Die westliche Fassadenwand ist aus Fachwerk, die östliche im EG möglicherweise eine Ziegelmauer im Binderverband, in den OG sicher aus Fachwerk. Die Nordfassade ist im östlichen Bereich im EG massiv ausgebildet, hat im westlichen Verlauf jedoch nur Fachwerkstärke. Ebenso Fachwerkstärke haben alle Binnenwände. Die Decken über EG und 1. OG haben bis zu 1m Aufbauhöhe, was auf eine mehrfache Aufdopplung von Balkendecken mit eventuellen Hohlräumen schließen lässt. Das Gebäudegerüst von 2. OG und DG ist einheitlich und kann, wie aus den historischen Abbildungen ersichtlich, in seiner Grundsubstanz dem Gasthausumbau von 1891 zugerechnet werden.